Geschichten der Postboje

Die Geschichte der Posttonne seit 1964  

 



Ein Seezeichen besonderer Art und Markenzeichen des SG - Segelclub Garbsen

ist die Postboje auf dem Steinhuder Meer.

Die eigentliche Idee zur Postboje entstammt der Phantasie des Segellehrers

Gottfried Luchmann vom DHH -Deutscher Hochseesportverband Hansa - der seine

Segelschüler mit der Idee der Postboje dazu animieren wollte häufiger nach

Hause zu schreiben.

Die Idee holte dann letztlich ihren Erfinder ein und der Segellehrer

Luchmann montierte zusammen mit dem Bootsbauer Müller auf eine alte

Deipentonne einen Briefkasten und sie strichen alles gelb an. Zusätzlich kam

ein, auch heute noch vorhandenes, Schild daran mit der Aufschrift: „Post von

Kriegsschiffen wird nicht befördert“.

In einer „Nacht und Nebel-Aktion“ wurde das System dann im Ostenmeer

verankert. Am nächsten Morgen konnten die Segelschüler, die inzwischen

eifrig geschrieben hatten, zum „nächsten Briefkasten segeln“. Die Postboje

wurde auch richtig erreicht und die Grüße konnten in die Heimat abgehen.

Leider hatte der Brief-Kasten einen Schönheitsfehler, es fehlte ein Deckel.

Die erste Post musste dann „getauft“ entnommen und mühsam getrocknet werden.

Das alles geschah im Jahre 1964.

Seit dieser Zeit betreute der  DHH die Postboje, leerte sie einmal        

wöchentlich, versah sie mit einem Sonderstempel und übergab sie der

regulären Post.



Dass zwischen dem „Einwurf in den Briefkasten“ und dem Datum des

Poststempels einige Tage verstreichen können, muss billigend in Kauf

genommen werden.

Die Segelschule des DHH am Steinhuder Meer wurde 1987 geschlossen und in

einen Segelstützpunkt umgewandelt. Seitdem kümmern sich ehrenamtliche Helfer

wie Stützpunktleiter Paul Schwefeß aus Goslar und andere um den Erhalt der

Tradition „Postboje“. Sie richteten auch 1989 das 25 jährige Jubiläum der

Postboje aus, zu dem ein neuer Sonderstempel entstand.

In seiner Festrede berichtete der Präsident der OPD Hannover, Dieter

Wöhlert, dass das Bundespostministerium erst durch die Einladung zum

Jubiläum von der Existenz der Postboje erfahren hatte.

Danach ging die Aktivität um die Postboje an den SG-Segelclub Garbsen über.

Dies ging jedoch nicht problemlos vonstatten, denn der DHH hatte seinen

Liegenschaften zum Ende 1989 an Herrn Hermann verkauft, der sich damit quasi

auch der Postboje annehmen musste.

Nach einigen Querelen landete diese Aufgabe dann 1991 endgültig beim

Segelclub-Garbsen e.V., dessen Mitglieder sich, nach verschiedenen

Überlegungen, voll zur Übernahme dieser Arbeit bekannten.

Aber erst 1993 konnte, nach einjähriger Pause, der „Postbetrieb auf dem

Wasser“ wieder voll aufgenommen werden.



Unter der Position 52° 29,715' N und 9° 22,00' ist die Postboje nunmehr in

der amtlichen Vermessung beim Steinhuder Meer aufgenommen

Allmählich war die alte Tonne nämlich nicht mehr recht brauchbar und es

wurde eine neue, von der Braunschweiger Schifffahrtsdirektion gestiftete

Mittelfahrtonne, zur Postboje umgebaut. Horst Orth hat sie durch einen

großen Haltering bequemer und sicherer zugänglich gemacht. Von Katrin

Kaufmann mit dem richtigen leuchtenden Postgelb und der entsprechenden

Beschriftung versehen, war eine neue Postboje einsatzbereit.

Seit 1993 funktioniert damit wieder die „Wasserpost vom Steinhuder Meer“

einwandfrei. In der Regel wird der schwimmende Briefkasten zweimal

wöchentlich von Mitgliedern des SG geleert. Die Postsendungen erhalten den

begehrten Sonderstempel, der mit seiner Zeitangabe „25 Jahre Postboje

Steinhuder Meer“, inzwischen etwas reformbedürftig ist. Danach gehen die so

vorgestempelten Postsendungen zur Post nach Wunstorf wo, wegen des

philatelistischen Wertes, noch einzeln von Hand gestempelt wird! Immerhin

kommen jährlich u. U. bis zu 2000 Postsendungen zusammen!

Eine besondere Postsendung kam vom ökumenischen Gottesdienst der

Kirchengemeinden Garbsen und Marienwerder zum Himmelfahrtstag im Jahre 2000

am Schwarzen See. Der SG-Segelclub Garbsen hatte dazu eine „Sonderpoststelle

“ zum Gottesdienst eingerichtet bei der Sonderpostkarten mit einem Segen und

Motiv vom Schwarzen See zur Beförderung via Postboje eingeliefert werden

konnten.

Ein zunehmend an Beachtung gewinnendes Ereignis ist in jedem Jahr das

Ausbringen der Postboje an die vorbestimmte Position. Nicht nur die Deutsche

Post, die in jedem Jahr aktiv daran beteiligt ist, auch die Öffentlichkeit

beachtet diese Geschehen verstärkt. Rundfunk und besonders auch das

Fernsehen haben in verschiedenen Sendungen von der Postboje und auch dem

Ausbringen berichtet.

Besonders ruhig und beschaulich scheint das Leben der Postboje im Ostenmeer

doch wohl nicht zu sein. Immerhin hat ein Rettungsboot des DRK 1998 bei      

einem Ablegmanöver von der Tonne wesentliche Schäden zurückgelassen.

Die alte (zweite) Kunststofftonne hatte sich im Laufe der Jahre doch so voll

Wasser gesogen, dass eine neue, jetzt stählerne Fahrwassertonne beschafft

werden musste, die ab der Sommersaison 2001 im Einsatz ist. Die Aufmachung

ist auch weiterhin leuchtendes Postgelb und der Schriftzug SG- Segelclub

Garbsen von Katrin Kaufmann.

Noch verwendet der SG-Segelclub Garbsen bei der Abfertigung der

Postsendungen den Poststempel

„25 Jahre Postboje“. Ein neuer Poststempel liegt bereit für die neue Saison2003.

 

Text von E. Doering

 

 

 

 

 

Die Postboje

Seit etwa 25 Jahren haben nicht nur Segler, sondern auch Ausflügler die Möglichkeit, ihre Postsendungen in die
Postboje auf der Nordseite des Steinhuder Meeres einzuwerfen.

Entstanden ist die Postboje in Folge einer Wette. Mardorfer Segelschüler wetteten abends in geselliger
 Runde mit ihren Segellehrern, dass man bald auf dem Steinhuder Meer Post einwerfen könne. Kurzerhand
besorgten die Segelschüler eine Boje und bauten diese zum "schwimmenden Briefkasten" um. Als
besonderer Gag wurde noch ein Metallschild mit der Aufschrift "Post von Kriegsschiffen wird nicht befördert"
aufgebracht, und die Wette war gewonnen. Die Sache machte Furore. So kam es, daß die Sache offiziell
von der Post genehmigt und unterstützt wurde.

Entstanden ist die Postboje in Folge einer Wette. Mardorfer Segelschüler wetteten abends in geselliger Runde mit ihren Segellehrern, daß man bald auf dem Steinhuder Meer Post einwerfen könne. Kurzerhand besorgten die Segelschüler eine Boje und bauten diese zum "schwimmenden Briefkasten" um. Als besonderer Gag wurde noch ein Metallschild mit der Aufschrift "Post von Kriegsschiffen wird nicht befördert" aufgebracht, und die Wette war gewonnen. Die Sache machte Furore. So kam es, daß die Sache offiziell von der Post genehmigt und unterstützt wurde.
 

Unter der Position 5229715 Nord und 00921008 Ost zeichnete das Landesvermessungsamt denschwimmenden Briefkasten in die Steinhuder Meer-Karte ein, und im Rahmen von Segelübungen wurde von der Segelschule die Postboje geleert. Irgendwann schloss die Segelschule ihre Tore und der SegelclubGarbsen e.V. nahm sich ehrenamtlich, auf Initiative der Post AG, der Postboje an. In Zusammenarbeit mitder Wasser- und Schifffahrtsdirektion Hannover wurde die Boje umkonstruiert. Aus einer altenMittelfahrwassertonne aus der Weser - mit einem neuen Kasten, einem Ring zum Aufstützen und einemAnkerball bestückt - entstand die heutige Postboje.


Unter der Position 5229715 Nord und 00921008 Ost zeichnete das Landesvermessungsamt den
schwimmenden Briefkasten in die Steinhuder Meer-Karte ein, und im Rahmen von Segelübungen wurde von
der Segelschule die Postboje geleert. Irgendwann schloss die Segelschule ihre Tore und der Segelclub
Garbsen e.V. nahm sich ehrenamtlich, auf Initiative der Post AG, der Postboje an. In Zusammenarbeit mit
der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Hannover wurde die Boje umkonstruiert. Aus einer alten
Mittelfahrwassertonne aus der Weser - mit einem neuen Kasten, einem Ring zum Aufstützen und einem
Ankerball bestückt - entstand die heutige Postboje.

                                                                                                

Seit 1993 ist der Garbsener Segelclub offiziell für die Boje zuständig, und sie wird von den Mitgliedern mindestens
zweimal wöchentlich und in der Saison fast täglich geleert. Die Anzahl der Sendungen wird von den Sportsfreunden
dokumentiert (ca. 1200 p. A.) und mit einem Sonderstempel versehen. Postkarten und Briefe kommen in einer
Sondermappe zur Wunstorfer Post.
Dort wird nicht maschinell, sondern noch per Hand der offizielle Poststempel aufgebracht,
bevor sich die Post auf die Reise zum Empfänger macht. Anfang Mai wird die Postboje
auf ihre Position ausgebracht und Mitte September, vor dem Fahrverbot, dass von November bis April auf dem Meer gilt,
wieder eingeholt, um die durch Witterung angegriffenen Stellen zu restaurieren und die Boje durch einen evtl.
nötigen Anstrich wieder in Form zu bringen.


Postboje
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